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Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Mindestlohn für die obligatorische Unterstellung unter das BVG?

Personen, die von einem Arbeitgeber einen Jahreslohn von mehr als CHF 21'150.00 beziehen, sind obligatorisch BVG versichert. Die Versicherung gegen die Risiken Tod und Invalidität läuft ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres. Das Alterssparen beginnt ab 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres.

Welcher Teil des Lohnes wird BVG versichert?

Das BVG versichert obligatorisch Jahreslöhne zwischen CHF 21'151.00 und CHF 84'600.00. Höhere oder tiefere Gehälter müssen nicht berücksichtigt werden, können aber freiwillig mit eingeschlossen werden. Um eine Leistungsüberschneidung mit der 1. Säule (AHV/IV) zu vermeiden, wird vom Brutto-Jahresgehalt der sogenannte Koordinationsabzug von derzeit CHF 24'675.00 abgezogen. Was übrig bleibt, nennt man den versicherten oder koordinierten Lohn.

Ich bin teilzeitbeschäftigt mit 50%: Bin ich BVG versichert?

Teilzeit Erwerbstätige sind obligatorisch BVG-versichert, wenn das Jahreseinkommen über CHF 21'150.00 liegt. In der obligatorischen Mindestvorsorge gemäss BVG entspricht der versicherte Lohn dem Jahreslohn abzüglich CHF 24'675 Franken. Im Bereich der weitergehenden Vorsorge können die Vorsorgeeinrichtungen je nach Beschäftigungsgrad einen geringeren Abzug festsetzen oder den gesamten Lohn der Person versichern, wozu sie allerdings gesetzlich nicht verpflichtet sind.

Ich arbeite für mehrere Arbeitgeber: Bin ich BVG versichert?

Zunächst muss für jedes Einkommen geklärt werden, ob der Mindestjahreslohn von CHF 21'150.00 erreicht wird. Wenn ja, unterliegt dieser Lohn der BVG-Versicherungspflicht. Wenn keiner der bezogenen Löhne CHF 21'150.00 übersteigt, aber der Gesamtbetrag aller Einkommen über diesem Betrag liegt, so kann sich der Arbeitnehmende entweder bei der Auffangeinrichtung (www.aeis.ch) oder bei der Vorsorgeeinrichtung, der einer seiner Arbeitgeber angeschlossen ist, freiwillig versichern lassen, sofern deren reglementarische Bestimmungen es vorsehen. Ist eine Person für einen ihrer Löhne bereits bei einer Vorsorgeeinrichtung obligatorisch versichert, kann sie den zusätzlich bei den anderen Arbeitgebern erzielten Lohn bei dieser Vorsorgeeinrichtung - falls ihr Reglement dies vorsieht - oder der Auffangeinrichtung versichern.

Sind arbeitslose Personen in der zweiten Säule versichert?

Personen, die eine Arbeitslosenentschädigung von über CHF 80.90 erhalten, sind für die Risiken Invalidität und Tod, nicht aber für das Alter obligatorisch BVG-versichert. Die versicherte Person und die Arbeitslosenversicherung bezahlen je die Hälfte der Beiträge. Die Austrittsleistung von arbeitslosen Personen ist einer Freizügigkeitsstiftung (Bank oder Versicherung) zu überweisen, oder direkt an die BVG-Auffangeinrichtung (www.aeis.ch).

Ich weiss nicht, wo sich mein BVG-Guthaben befindet, an wen kann ich mich wenden?

Informationen über vergessene Guthaben erteilt die Zentralstelle für die 2. Säule (www.sfbvg.ch)

Kann ich mein BVG-Altersguthaben bar beziehen, wenn ich die Schweiz endgültig verlasse?

Eine Barauszahlung des BVG-Altersguthabens ist möglich, wenn die Person nachweisen kann, dass sie die Schweiz endgültig verlässt, um sich im Ausland niederzulassen. Bei einem Umzug in ein EU-Land oder nach Island oder Norwegen ist eine Barauszahlung des BVG-Vorsorgeguthabens ab dem 1. Juni 2007 nicht mehr möglich, wenn die Person in diesem Land weiter gegen die Risiken Alter, Tod und Invalidität versichert ist (auch ausgeschlossen bei Ausreise nach Bulgarien oder Rumänien ab 1. Juni 2009). Die Auszahlung des überobligatorischen Teils des Vorsorgekapitals (im Gegensatz zum BVG-Minimum) ist hingegen weiterhin möglich. Eine Barauszahlung ist auch nach dem 1. Juni 2007 möglich, wenn die Person in ein anderes Land als die hier erwähnten zieht. Bei der definitiven Ausreise aus der Schweiz nach Liechtenstein ist die Barauszahlung schon heute nicht erlaubt.

Welche Auswirkungen hat eine Ehescheidung auf die berufliche Vorsorge?

Im Falle einer Scheidung wird das Guthaben aus der 2. Säule zwischen den Ehegatten aufgeteilt. Geteilt wird das während der Ehe von beiden Ehegatten erworbene Vermögen, nicht aber das vor der Ehe angesparte Vorsorgeguthaben. Ist einer der Ehegatten invalide oder pensioniert, wird auf die Teilung des Vermögens verzichtet und der Scheidungsrichter spricht eine angemessene Entschädigung zu.
Geschiedene haben beim Tod ihres ehemaligen Ehegatten Anspruch auf eine Hinterlassenenrente, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
- die Ehe hat mindestens 10 Jahre gedauert;
- dem überlebenden Ex-Ehegatten wurde im Scheidungsurteil eine Rente oder eine  
   Kapitalabfindung für eine lebenslängliche Rente zugesprochen;
- der überlebende Ex-Ehegatte hat für mindestens ein Kind zu sorgen oder ist 45 Jahre
  alt.

Kann ich mein BVG-Altersguthaben beziehen, um mich selbständig zu machen?

Ein Barbezug der Austrittsleistung ist möglich, wenn die Person eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnimmt und nicht mehr der obligatorischen beruflichen Vorsorge untersteht. Die Person muss der Vorsorgeeinrichtung den Nachweis erbringen, dass sie eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnimmt (Miete für Räumlichkeiten, Materialkauf, AHV-Bestätigung, Eintrag ins Handelsregister, usw.). Der Antrag für den Barbezug muss im Jahr nach Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit bei der Vorsorgeeinrichtung eingereicht werden. Bei verheirateten Versicherten wird die schriftliche Zustimmung des Ehegatten verlangt.

Kann ich mein BVG-Altersguthaben beziehen, um Wohneigentum zu erwerben?

Versicherte können den Vorbezug des Vorsorgeguthabens für den Erwerb von Wohneigentum, die Rückzahlung von Hypothekardarlehen oder den Erwerb von Anteilscheinen an Wohnbaugenossenschaften nutzen. Ein Vorbezug kann alle 5 Jahre erfolgen. Nach dem 50. Altersjahr ist die Höhe des Barbezugs beschränkt. Bei verheirateten Versicherten ist die schriftliche Zustimmung des Ehegatten erforderlich. Wird das Wohneigentum verkauft, muss der vorbezogene Betrag zurückerstattet werden.

Wann hat der überlebende Ehegatte Anspruch auf eine Hinterlassenenrente?

Der überlebende Ehegatte hat Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente, wenn er beim Tod des Ehegatten eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllt:
1) Er muss für den Unterhalt mindestens eines Kindes aufkommen;
2) Er muss mindestens 45 Jahre alt und seit mindestens 5 Jahren verheiratet sein.
Die Höhe der BVG-Mindestrente liegt bei 60% der Altersrente oder der ganzen IV-Rente. Der überlebende Ehegatte, der keine der erwähnten Voraussetzungen erfüllt, hat Anspruch auf eine einmalige Abfindung in Höhe von drei Jahresrenten.

Wozu dient ein Einkauf?

Ein Einkauf führt zu einer Erhöhung der Altersleistungen.

Kann ein Einkauf auch mit Guthaben aus der Säule 3a getätigt werden?

Guthaben aus der gebundenen Vorsorge können für einen Einkauf in die Pensionskasse verwendet werden. Allerdings kann ein solcher Einkaufsbetrag nicht (nochmals) vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Die Mittel müssen direkt vom Säule 3a-Vorsorgeträger an die Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule überwiesen werden. Der Übertrag des gebundenen Vorsorgekapitals an eine
Pensionskasse löst konsequenterweise keine Steuerpflicht aus. Ein derartiger Mitteltransfer ist in der Regel nicht empfehlenswert, da sich dadurch das Einkaufspotential in der zweiten Säule vermindert.

Lohnt sich ein Einkauf für mich?

Durch einen freiwilligen Einkauf in die berufliche Vorsorge erhalten Sie im Pensionsalter eine höhere Rente resp. mehr Alterskapital. Haben Sie Vorsorgelücken, die durch fehlende Beitragsjahre oder eine Scheidung entstanden sind, ist Ihre Leistung im Alter generell niedriger als dies im Vorsorgeplan vorgesehen ist. Durch einen Einkauf erhöhen Sie Ihr persönliches Vorsorgeniveau, und den geleisteten Einkaufsbetrag können Sie von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Zusätzlich reduziert sich Ihr steuerbares Vermögen um den Einkaufsbetrag. Sie sparen bares Geld, sodass sich ein Einkauf in die 2. Säule in jedem Fall lohnt!